Konfigurationsdateien von APT

APT und auch alle Programme, die APTs Bibliotheken benutzen, greifen auf diverse Konfigurationsdateien zu. Über diese Dateien werden unterschiedliche Funktionen abgebildet.

Alle Varianten der Konfigurationsdateien gibt es in zwei Geschmäckern:

  • als einzelne Datei — diese ist typischerweise dem lokalen Systemadministrator vorbehalten

  • als Verzeichnis mit dem Suffix .d. Alle Dateien in einem solchen Verzeichnis, die bestimmten Regeln hinsichtlich dem Dateinamen entsprechen, werden so interpretiert, als wären sie an der gleichnamigen Datei ohne .d angehängt (siehe u.a. Man-Page run-parts(8). Insbesondere dürfen keine Punkte im Dateinamen vorkommen. Diese Verzeichnisse werden typischerweise von Paketen verwendet, um paketspezifische Konfigurationsschnipsel darin abzulegen. Auch Sie als lokaler Systemadministrator legen darin Dateien ab, bspw. über das Konfigurationsmanagement.

Verhalten von APT und Hooks: /etc/apt/apt.conf(.d)

In der Datei /etc/apt/apt.conf bzw. in den Dateien im Verzeichnis /etc/apt/apt.conf.d/ können viele Aspekte von APT und anderen APT-Frontends konfiguriert werden. Alle diese Einstellungen überschreiben Sie bei Bedarf explizit auch auf der Kommandozeile. Dazu verwenden Sie als Schalter -o, gefolgt von der Form <Schlüssel>=<Wert>. Darunter fallen u.a.:

  • wie oft APT selbstständig Paketlisten und Pakete herunterladen soll (alle Einstellungen, die mit APT::Periodic:: beginnen),

  • ob empfohlene ('Recommends') oder vorgeschlagene Pakete ('Suggests') per Default installiert werden sollen,

  • welche Pakete nie automatisch entfernt werden sollen,

  • ob Paketlisten lokal entpackt oder komprimiert gespeichert werden sollen,

  • welche Kompressionsalgorithmen beim Herunterladen von Paketlisten bevorzugt werden sollen,

  • wohin APT Paketlisten und Pakete herunterladen soll. (Sollte man nicht systemweit ändern, kann aber beim Bearbeiten einer Chroot-Umgebung von außen durchaus als Einstellung auf der Kommandozeile nützlich sein.)

  • An- und Abschalten von Fortschrittsbalken (verfügbar ab APT 1.0),

  • wo Changelogs heruntergeladen werden können,

  • welche Übersetzungen der Paketlisten heruntergeladen werden sollen,

  • welche Parameter APT an dpkg-deb übergibt,

  • Hooks, z.B. vor und nach dem Auspacken von Paketen,

  • Konfigurationen für beliebige Tools im APT-Ökosystem, die ebenfalls diese Konfigurationsdateien verwenden, z.B. aptitude, adequate [Debian-Paket-adequate], whatmaps [Debian-Paket-whatmaps], etc.

Um das Vorgehen besser zu verstehen, werfen Sie am besten einen Blick in das Verzeichnis /etc/apt/apt.conf.d/. Das nachfolgende Listing zeigt den typischen Inhalt auf einem Debian 8 'Jessie'.

Beispielhafter Inhalt von /etc/apt/apt.conf.d/
$ ls /etc/apt/apt.conf.d/
00trustcdrom    10periodic           20packagekit           99synaptic
01autoremove    20apt-show-versions  50unattended-upgrades
10apt-listbugs  20dbus               70debconf
$

Konfigurationsdateien von Aptitude

aptitude verwendet alle Konfigurationsdateien von APT plus seine eigenen. Diese finden Sie im Verzeichnis ~/.aptitude/ in der Datei config. Hier werden auch die interaktiven Änderungen der Konfiguration in der Textoberfläche von aptitude gespeichert.

Dabei verwendet die Konfiguration von aptitude die gleiche Syntax wie die von APT. Sie kann auch manuell in den Konfigurationsdateien von APT abgespeichert werden, z.B. als Datei /etc/apt/apt.conf.d/lokale-aptitude-einstellungen. Diese stören APT nicht, da sie alle mit dem Präfix Aptitude:: beginnen.

Beispiel einer lokalen Konfigurationsdatei von aptitude
aptitude "";
aptitude::Keep-Unused-Pattern "";
aptitude::Delete-Unused-Pattern "";

APT-Hooks

  • Begriff und Nutzen

    • Ergänzungen, kleine Erweiterungen, Eingriffe

    • standardisierte Abläufe um eigene, paketbezogene Schritte ergänzen

  • Festlegung in der APT-Konfiguration

    • wo speichert man das

    • was ist erlaubt, was nicht

    • was sind Gepflogenheiten

cron.daily/apt

  • Begriff und Nutzen

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